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Maria aus reformatorischer Sicht

mit Peter Dettwiler, Zürich
Porträtfoto Peter Dettwiler

Theologisch ist ‚Maria' kein Hindernis mehr für die Ökumene. In der traditionellen Marienfrömmigkeit sind die Erfahrungen zwischen katholischen und evangelischen Christen jedoch sehr verschieden. Welchen Stellenwert hat die Mutter von Jesus in der reformierten Tradition? Der Referent stellt Maria in den gesamtbiblischen Zusammenhang und erläutert die Haltung der Reformatoren zu Maria. Und schliesslich kommen evangelische Theologinnen des 20. Jahrhunderts zu Wort.  

Peter Dettwiler, reformierter Theologe und Pfarrer i.R. war 17 Jahre Gemeindepfarrer und von 1993 bis 2015 Beauftragter für Ökumene, Mission und Entwicklungsfragen der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich. Er ist Mitglied der Fokolar-Gemeinschaft, verheiratet mit Helen und hat fünf Kinder sowie neun Enkelkinder. 

 

Feedback

 
Es war ein reifer ökumenischer Abend, ein reifes Zeugnis. Ich spürte eine Leidenschaft für Christus den Sohn Gottes und Sohn Mariens.
Gleichzeitig eine Sprache, die für alle zugänglich war, ein Denken, das für den guten Gott öffnete. Da war eine Person, die die Gegenwart Jesu ermöglichte, ja eine kleine Maria. Danke.
WH
 
Der Vortrag vom reformieren Theologen Peter Dettwiler aus der Schweiz war ein großer Gewinn. Erst im ökumenischen Dialog wird der ganze Reichtum des Glaubens sichtbar.
Die Reformatoren schätzten Maria sehr, waren sie doch noch in katholischer Tradition aufgewachsen. Maria empfahlen sie als Vorbild für alle Gläubigen. Was die Liebe zu Maria und ihre Verehrung betrifft, kam seitens der Reformatoren keine Kritik. Die Wertschätzung Mariens wurde protestantischerseits beibehalten. Erst die Gegenreformation und die historisch kritische Exegese schoben Maria  auf die Seite. Die Betonung  auf "solus Christus" hatte die Bedeutung seiner Mutter verblassen lassen. Gewiss war Christus Gottes Sohn; aber er war auch der Sohn Mariens.  Deren Einzigartigkeit und Heiligkeit qualifizierte sie für die ihr von Gott zugedachte Rolle.   "Siehe, ich bin des Herrn Magd" (Lk. 1,38) bezeugt die Demut Mariens und zugleich ihre Einwilligung in ihre Erwählung als "Gottesgebärerin" ("Theótokos").  Sie war ausersehen, Gottes Sohn zu gebären und ihn mit Hilfe des hl. Josef in seiner jugendlichen Entwicklung zu begleiten.  Die Einzigartigkeit Jesu, der uns mehr gegenüber steht, bedurfte einer Mutter, die alle bisherigen und künftigen Frauen und Mütter in ihrer Demut und Heiligkeit übertrifft. Mütter wie sie werden nicht verstanden, sondern geliebt.
Peter Dettwiler führte uns kenntnisreich mit kernigen Zitaten durch die Beschäftigung des Protestantismus mit Maria. Die Innigkeit katholischer Marienverehrung brachte im Pietismus eine vergleichbare Jesusfrömmigkeit hervor.  Nicht nur Theologie und Dogma prägen den Glauben. Auch eine persönliche und emotionale Beziehung drückt die tiefe und innige Beziehung zu Maria aus, die man als Mutter nur lieben kann. 
 
 
Hat bereits stattgefunden.
Beginn: 06.05.2026 19:30 Uhr

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