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Maria im Islam – eine Brückenfigur

Vortrag und Gespräch mit Prof. Klaus von Stosch, Bonn
Porträtfoto Klaus von Stosch

Maria ist die einzige Frau, die im Koran mit Namen genannt wird. Nach Mose, Abraham und Noah ist Maria die am häufigsten namentlich erwähnte Person im Koran, d.h. sie wird häufiger genannt als Muhammad und Jesus. Eine ganze Sure trägt ihren Namen. Und die koranischen Schilderungen ihrer Figur sind durchgehend voller Anerkennung und Bewunderung. Bis heute gibt es im Mittleren Osten eine gemeinsame Wertschätzung von Christen und Muslimen für Maria, so dass sie Brückenfigur für das Gespräch von Muslimen und Christen sein kann.

Leider wurde ihre Figur immer wieder in Konflikte zwischen beiden Religionen verwickelt und die Auseinandersetzung über sie ließ das wechselseitige Misstrauen und Unverständnis zwischen Christen und Muslimen wachsen. Maria wurde sogar zur Protagonistin imperialer Politik und zu einer Art Kriegsgöttin. Würde man rein historisch auf die Marienverehrung schauen, könnte man genauso schöne Zeichen der Verbundenheit zwischen Muslimen und Christen finden wie auch Zeichen ihrer Entfremdung und Feindschaft. Man könnte Anrührendes und Faszinierendes genauso finden wie Skurriles und Abstoßendes.

Wir wollen uns an dem gemeinsamen Abend auf die historische Spurensuche machen und diesen beiden Strängen im Blick auf den Koran nachgehen. Dabei werden wir einige unerwartete Ent-deckungen machen, die es uns erlauben, einen neuen Zugang zu Maria zu gewinnen und sie tatsächlich als verbindende Gestalt beider Religionen zu erkennen.

Prof. Dr. Klaus von Stosch, Professur für „Systematische Theologie unter besonderer Berück-sichtigung gesellschaftlicher Herausforderungen" an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn, ebenda auch Vorsitzender des International Center for Comparative Theology and Social Issues; zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Komparative Theologie, Theologie der Religionen, islamisch-christlicher Dialog und christliche Dogmatik.

 

Feedback

Bitte weitere solche Darlegungen. Sie bewirken Annäherung und Verstehen.
Noch nie habe ich eine solche innere Wärme verspürt wie heute, als Prof. von Stosch referierte.  Ich meinte, den Islam seit Jahrzehnten zu kennen. Aber das war nur die Außenbetrachtung einer Religion, von deren inneren Zartheit und Einfühlungsvermögen ich nichts wusste.  Die Achtung und Wertschätzung von Maria ist das Bindeglied zwischen Muhammad und dem Glauben der Christen. Erstaunt bin ich ebenfalls über die Bezugnahme des Korans auf Aussagen einiger Kirchenväter (Origenes, Gregor von Nyssa, Ephräm der Syrer). Der Schutz durch Maria war sowohl Muslimen als auch Christen wichtig. Bewahrung durch Mariens Hilfe war es, was sie suchten und erfuhren.  An die Stelle einer ausgefeilten Mariologie trat der feste Glaube an ihre Hilfe. Was für eine beeindruckende und sowohl für Muslime als für Christen wichtige Frau war Maria, die Mutter unseres Herrn.  - Die neuzeitliche Annäherung der Religionen geschieht vielleicht am besten unter Berücksichtigung der frühen koranischen und christlichen Wertschätzung.
HJH
 
Der heutige Abend war sehr eindrucksvoll, einerseits im Blick auf Maria, aber viel prägender fand ich für mich, wie der Referent praktisch die Ökumene neu erfindet und lebt. Nach dem „ neuen Vorsatz" achtsamer auf Einheit in Unterscheidung zu sein, war das ein guter Start ins Jahr.
NP
Hat bereits stattgefunden.
Beginn: 08.01.2026 19:30 Uhr
Youtube Vorschau - Video ID ezf7ybUVuD8Durch Klicken werden externe Inhalte geladen und die Google-Datenschutzerklärung akzeptiert.

Zum Thema "Maria im Islam – eine Brückenfigur“ antworteten zum Abschluss des Abends auf folgende Fragen mit "Ja":

Haben Sie einen neuen Zugang zu Maria als Freundin Gottes gefunden?

Ermutigt Sie der Abend zum Dialog mit den muslimischen Schwestern und Brüdern?

Kann das Gespräch über Maria das Verständnis füreinander befördern, eine Bereicherung sein?

Glauben Sie, dass die Wertschätzung Marias im Koran den Frieden zwischen den Religionen fördern wird?