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Menschen am Rande der Gesellschaft - in deiner Mitte!

mit Prof. Dr. theol. Carolin Neuber, Trier

Das Buch Deuteronomium im ersten Testament ist auf den ersten Blick eine Ansammlung von Gesetzen, die mit unserem heutigen Leben wenig zu tun zu haben scheinen. Doch es lohnt ein genauerer Blick: Die vermeintlich trockene Materie ist eine leidenschaftliche Werbung dafür, die im Exodus geschenkte Freiheit nicht mehr zu verlieren, sondern die Vision einer geschwisterlichen Gesellschaft zu verwirklichen. Dabei spielen die Menschen, von denen wir heute sagen, sie stünden „am Rande der Gesellschaft“, z. B. Arme, eine wahrlich zentrale Rolle.

Prof. Carolin Neuber wird zentrale Aspekte des Deuteronomiums aufschlüsseln und wir können im gemeinsamen Gespräch Anfragen und Impulse für die heutige Gesellschaft und Kirche im Umbruch entdecken. Sie erzählt z. B, dass sie von einem amerikanischen, jüdischen Studenten gelernt hat, die Eselin des blinden Propheten Bileam zu schätzen: Sie sieht als Einzige den Engel Gottes und bleibt stehen; der Prophet ist doppelt mit Blindheit geschlagen, wo er doch eigentlich der treue Gottesmann ist... (Num 22,22ff.). Lässt sich da ein Hinweis auf Führungsqualitäten heute finden?

Feedback

Frau Prof. Neuber ist klasse. Sie versteht, die Wissenschaft mit der Popularität zu würzen und sich ein geneigtes Publikum zu sichern. Auf weitere Vorträge von ihr freue ich mich. Auch die Beiträge der anderen Teilnehmer waren gehaltvoll und zeugten davon, dass sie sich viel mit dem Thema beschäftigt hatten. Besonders interessant fand ich die Hervorhebung der "Mitte" (qäräb) im Deuteronomium und ihre theologische Auslegung auf Gott bzw. das Haus Gottes  - und schließlich auf den Armen (persona misera) bzw. das Kind (Beispiel Jesu).  Semantisch kann man an vielen Stellen statt "qäräb" auch "tawech" (toch) sagen.
Das Deuteronomium mit der Sozialethik in Verbindung zu bringen ist gut gelungen. Der gelegentliche Hinweis auf Migranten ist hilfreich. Hier sind wir in der Pflicht. Der Hebräer nennt das "Mitzwah".
Ich freute mich, einige Jüngere unter den Teilnehmern zu sehen. Mit 79 Jahren gehöre ich zu denen, die auch im Alter noch von Theologie und Kirche fasziniert sind und die des Lernens nicht müde werden.
H.-J. H.

Ein sehr gelungener Abend. Das Thema "Menschen am Rande der Gesellschaft..."ist für uns heute wichtig.
Wie gehen wir im Vergleich mit den Israeliten damals zur Zeit Mose mit den Armen um.
Welche Position nimmt die Kirche ein: mehr Dienst oder mehr inneres Leben in den Gotteshäusern.
Wo folgen wir den Beispielen der Geschichte damals?
Werden die 10 Gebote als Basis für das gesellschaftliche Leben genommen und auch im Miteinander der Menschen und der Völker.???
Eine gesellschaftliche Dimension, die wir vorher nicht so stark gesehen haben. Christliche Soziallehre wurde Fleisch.
Deshalb ein DANKE an die Referentin mit ihrer klaren Sprache und Präsentation.
H.D.

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Hat bereits stattgefunden.

Beginn: 21.09.2022 19:30 Uhr

Ende: 21.09.2022 21.00 Uhr

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