Bereits 1939 hatte Romano Guardini als Aufgabe des Alters bezeichnet, aus der bisherigen wirkenden Mitte herauszutreten.
Später heißt es über die Härte des Nachlassens: "Die Dinge und Geschehnisse des unmittelbaren Lebens verlieren ihre Vordringlichkeit. Vieles, das ihm größte Bedeutung zu haben schien, wird unwichtig; anderes, das er für geringfügig gehalten hatte, nimmt an Ernst und Leuchtkraft zu … Es ist ein Vorlauf dessen, was die religiöse Sprache das Gericht nennt. ›Gericht‹ bedeutet, daß die Dinge aus den Verschleierungen des Geredes, aus den Verwirrungen durch Lüge und Gewalt herausgenommen und in die reine, weder zu bestehende noch zu betrügende Wahrheitsmacht Gottes getragen werden. Zu diesem Gericht vollzieht sich im rechten Alter eine Art Vorbereitung.“
Die Referentin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, Jahrg. 1945, war Professorin für Religions-philosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Sie ist Guardini-Biografin und Vorstand des Europäischen Instituts für Philosophie und Religion an der Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien.
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